Schwierig ist es gerade mit der Corona Krise, wir sind alle sehr gefordert. Die Welt steht Kopf, nichts ist mehr wie es war. Die Anspannung und Angst ist deutlich spürbar, bei mir selber und aber auch in der Gesellschaft. Fragen was passiert, wie geht es weiter, wie steht es um die Lieben, wo führt das alles hin, sind omnipräsent. Ein Hintergrund, der uns anders reagieren lässt als sonst. Als Familien rücken wir näher zusammen. Schule, Arbeiten, Freizeit finden engbegrenzt auf wenigen Quadratmetern statt. Da wo vorher noch Räume, Abwechslung andere Menschen waren spielt sich alles nur noch mit den uns nahen Menschen ab. Diese Situation birgt Konfliktpotential in sich. Da können sich Bedürfnisse aneinander reiben. Das fröhlich neugierige Spielen mit den Legos der Kinder, manchmal entsteht da auch Lärm, kommt beim Papi im Homeoffice gerade nicht gut an. Zusammen müssen wir überlegen, wer macht was, wann, was muss getan werden. Auch wir setzen uns heute Abend zusammen und machen einen Familienrat, um Anstehendes zu organisieren.

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Vielleicht haben sie schon gestartet oder tun es nächstens die Schule und der Kindergarten. Mit dem Start verflüchtigt sich auch die Ferienstimmung und eine freudige Nervosität wird spürbar. Einige Kinder haben Ängste und machen sich Sorgen vor dem Neuen und Unbekannten, das ansteht. Ihr Kind bleibt vielleicht in der gleichen Klasse oder kommt zu einer neuen Lehrperson oder Kindergärtnerin mit unbekannten Kameraden. Oft beobachte ich in diesen Anfangssituationen, dass die Kinder sehr gereizt sind, schnell schlechte Laune haben und laut werden. Manchmal werden sie sogar aggressiv. Wenn Sie nun die Lehrperson fragen würden, zeigt sich dort unter Umständen ein ganz anderes Bild. Die Lehrperson würde vielleicht sagen, Ihr Kind sei unauffällig, mache gut mit, sei vielleicht eher ruhig und zurückhaltend. Dort zeigt sich ein sehr angenehmes Kind.

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Beobachtungen, die auf eine Hochsensibilität hindeuten könnten, sind Folgende: Ihr Kind ist in Bezug auf laute Geräusche empfindlich, zurückhaltend und scheu bei unbekannten Menschen. Änderungen im Tagesablauf sind für das Kind schwierig. Es könnte hochsensibel sein. 15 bis 20 Prozent aller Kinder sind auf diese besondere Art empfindsam. Oft sind besonders die klugen und kreativen Kinder betroffen (Eliane N. Aron). Die Hochsensibilität erfasst man über einen Fragebogen. Generell wird die Hochsensibilität kontrovers diskutiert. Die Standpunkte reichen von «wissenschaftlich nicht erwiesen» bis zu einem klaren Bejahen von all den Beobachtungen, die in der Literatur diskutiert werden. Zu Beginn stand ich diesem Phänomen skeptisch gegenüber. Im Laufe meiner 15-jährigen Beratungstätigkeit habe ich viele Kinder gesehen, bei denen die Beobachtungen aus der Literatur der Hochsensibilität hilfreich waren und zum Verständnis des Kindes beitrugen. Persönlich ist für mich der Aspekt der «Diagnose» weniger wichtig als die Beobachtungen und Schilderungen, die zu verständnisvollen und achtsamen Begleitungen der Kinder beitragen können.

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Perfektionismus wird in einen funktionalen und einen dysfunktionalen Bereich unterteilt. Beide verbindet das grosse Streben nach Vollkommenheit. Beim funktionalen Perfektionismus ist der hohe Anspruch mit der Bereitschaft, Fehler zu machen, verbunden. Dieses Streben treffen wir auf eine positive Art zum Beispiel im Sport, in der Kunst und auch in der Musik an. Beim dysfunktionalen Perfektionismus vermeidet die betroffene Person Fehler so gut als möglich. Bei Personen mit perfektionistischen Tendenzen scheinen deren Eltern mit ihren Erwartungen oder ihrer Kritik, sei es in der Vergangenheit oder auch in der jetzigen Lebenssituation, eine grosse Rolle zu spielen.

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Alles liegt bereit für den Bau eines nicht ganz unkomplizierten Hauses aus Architekturkarton. Die Idee von Lena (11 J.) war zu Beginn eine andere. Sie baue gern einfach drauf los, sagte sie. So ist Lena auch gestartet. Ihre Ideen purzeln eine nach der anderen aus ihrem Kopf. Fliessend und kreativ setzt sie alles um. Doch schnell zeigt sich, dass sich mit dieser Vorgehensweise das eine oder andere Problem wie z.B. die Unstabilität des Hauses entwickeln kann. So schlage ich vor, dass wir zuerst einen Plan machen, Auf-, Grund- und Seitenriss zeichnen und diesen dann mit dem anspruchsvolleren Architekturkarton bauen. Sie meint zu Beginn: «Ich bin halt nicht so geduldig und genau arbeiten ist auch nicht mein Ding.» Ich bin beeindruckt, mit welcher Überzeugung Lena das von sich denkt. Diese Selbstbilder kenne ich von mir selber. So habe ich lange gedacht, dass ich nicht schreiben könne, mit dem Effekt, dem Schreiben, das ich im Grunde genommen ausserordentlich gern mache, auszuweichen. Ich habe mir damit das Lernfeld und eine Entwicklung beim Schreiben selber verwehrt. Genau das passiert bei Kindern oft. Vor allem Kinder mit Lernschwierigkeiten leiden manchmal an einem negativen Selbstbild und sind auch entmutigt. Der Fokus bei den Begleitungen dieser Kinder liegt oft auf den Schwierigkeiten und Schwächen. Das hat einen Effekt auf ihr Selbstbild und auf ihr Selbstvertrauen.

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In letzter Zeit begleite ich vermehrt Kindern und Eltern, bei denen die folgenden Beobachtungen zutreffen.

David (Name geändert, 6 Jahre) startete gut in seiner Kindergartenzeit. Zu Hause hat er ab und zu geklagt, dass ihm langweilig sei. Plötzlich fing er im Kinderarten an, andere Kinder zu ärgern und spielte den Clown. Überhaupt wurde er schnell aggressiv und zeigte ein spezielles Verhalten. Das fiel den Eltern auch zu Hause auf, David hatte oft heftige Gefühle und Wutausbrüche. Ausserdem mag es David, mit anderen Jungen zu raufen. Die Kindergartenlehrpersonen schätzen das Raufen und körperliche Messen anders als David ein. Sie tolerieren es nicht. Ihre Reaktion auf das generell etwas schwierigere Verhalten von David ist wie folgt: Ihre Idee ist es, ihn anzuhalten, sich besser zu benehmen. Wenn ihm das gelingt, darf David mit der Cuboro Kugelbahn, komplizierte Bahnen mag er am liebsten, bauen. Wenn er sich weiterhin in der gleichen Art und Weise verhält, werden die Cuboro Bausteine weggeschlossen. Laut Lehrpersonen scheint das ein wenig zu helfen. Die Lehrpersonen nehmen David als «sozial noch nicht so entwickelt und emotional hinterher» wahr.

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Schon sehr kleine Kinder können durch ihr visuell-räumliches Interesse und ihre diesbezügliche Begabung auffallen, zum Beispiel durch einen ausserordentlich guten Orientierungssinn. Sie können sich die Abfolge eines entlangspazierten Weges merken und diesen dann problemlos wieder zurückverfolgen. Etwas ältere Kinder können die Aufgabe, den Kindergartenweg oder den Schulweg zu zeichnen, mit viel Lust und Freude bearbeitet. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört, Karten zu lesen, Trampläne und Routen zu studieren oder Schatzpläne zu zeichnen. Diese Kinder bauen gerne mit Lego, Kapla und Holzklötzen und zeichnen auch gerne Konstruktionspläne. In Bildern von visuell begabten Schulkindern aus der 2. oder 3. Klasse finden sich perspektivisch korrekte Abbildungen z.B. von Häusern oder Schiffen. 

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Ich gebe es zu: Elternratgeber zu lesen, ist nicht so mein Ding, mich in Fachbüchern zu vertiefen, hingegen schon. Mit Erstaunen beobachte ich aber eine Vielzahl an Ratgebern. Es scheint ein grosses Bedürfnis und Interesse an Literatur rund um Erziehung vorhanden zu sein. Da gibt es Titel wie «Dein kompetentes Kind», «Kinder verstehen», «Born to be wild», «Kindheit ohne Strafen» oder «Der kleine Tyrann: Welchen Halt brauchen Kinder». Gelesen habe ich sie alle nicht. Nicht, dass ich sie nicht nötig hätte, ich bin mir aber nicht so sicher, ob sie mir wirklich helfen würden. Ab und zu mache ich einen Versuch mit einem Elternratgeber, aber nach wenigen Seiten verlässt mich die Leselust. Warum? Vielleicht weil ich mich nicht mit Fragestellungen von anderen Kindern auseinandersetzen mag. Dann aber auch, weil mir klar ist, dass z.B. Strafen weder nützlich noch sinnvoll sind. Beim Nachdenken darüber, warum Strafen in der Erziehung meiner Kinder nicht vorkommen, wird mir bewusst, dass es sich einfach so ergeben hat und diese für mich ganz einfach keinen Sinn machen.

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Ein Erfahrungsbericht einer Mutter eines 10-jährigen Jungen mit dem Elterncoaching Marte Meo, einer videobasierten entwicklungsfördernden Kommunikationsmethode.

Aus welchem Grund haben Sie das Elterncoaching beansprucht?

Mein Sohn war damals in der 4. Klasse einer Primarschule. Bei den Hausaufgaben meines Sohnes hatte ich zunehmend das Gefühl, dass ich mehr Energie investiere als er. Ich war schnell gestresst und wurde leicht wütend. Zudem war er nicht in der Lage, seine Probleme während der Hausaufgaben zu verbalisieren. Er sass dann teilweise 15-20 Minuten vor seinen Aufgaben, ohne etwas gemacht zu haben, und starrte nur aus dem Fenster.
Wenn man Probleme im Allgemeinen genauer betrachtet, entdeckt man häufig, dass dazu immer mehr Menschen gehören. Insofern war es für mich fast logisch, dass ich bei den sogenannten «Hausaufgaben- und Lernproblemen» meines Sohnes auch als Elternteil gecoacht werden muss. Alteingesessene Handlungsmuster, die man womöglich schon seit der eigenen Kindheit mit sich trägt, lassen sich nicht einfach im Alleingang ändern. Dazu braucht es einen guten Coach.

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In meinen Elternkursen sind Konflikte und Reibungsflächen, die Eltern in ihrem Erziehungsalltag mit ihren hochsensiblen Kindern erleben, immer wieder Thema. Viele der Konflikte stehen mit der sensorischen Hochsensibilität der Kinder im Zusammenhang. Dieser Aspekt der Hochsensibilität bezieht sich vor allem auf die Sinneswahrnehmungen wie Hören, Schmecken, Sehen, Riechen und auch die taktile Wahrnehmung. So gibt es z.B. Kinder mit einem äusserst feinen Musikgehör, das beim Spielen eines Musikinstruments sehr von Vorteil ist. Im Gegenzug kann genau diese sehr differenzierte akustische Wahrnehmung zur Überreizung bis zu Kopfschmerzen führen. Betroffene Kinder brauchen immer wieder viel Ruhe, um sich zu erholen. Oft klagen Eltern aus meinen Kursen über Konflikte beim Essen. Hochsensible Kinder sind mitunter sehr heikle Esser.

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