Interview: Hohes Potential, neurodivergente Entwicklungswege und unsere Erfahrungen mit der Marte Meo Methode

Das Interview wurde mit einer Mutter eines 9-jährigen Jungen und eines 11-jährigen Mädchens geführt. Beide Kinder wurden über mehrere Monate im Rahmen eines Mentorats (1:1 Begabungsförderung) begleitet. Parallel dazu wurden die Eltern in einem videobasierten Elterncoaching nach der Marte-Meo-Methode unterstützt.
Kathrin:
Was war für euch der ausschlaggebende Punkt, weshalb ihr euch entschieden habt, zu mir zu kommen?
Mutter:
Primär sind wir zu dir gekommen, weil wir mit beiden Kindern grosse Schwierigkeiten im schulischen Kontext erlebt haben. Beide Kinder haben ein hohes Potential, gleichzeitig aber Herausforderungen in Aufmerksamkeit, Selbstorganisation und emotionaler Regulation.
Wir standen an einem Punkt, an dem wir nicht mehr wussten, was wir konkret mit den Kindern machen können.
Kathrin:
Was genau war schwierig für euch einzuordnen?
Mutter:
Es war dieses Spannungsfeld. Einerseits sehen wir die hohen Fähigkeiten, die Kreativität, das komplexe Denken. Andererseits erleben wir im Schulalltag Stress, Überforderung und Situationen, in denen es einfach nicht läuft. Es kamen auch Diagnosen wie ADS oder ASS dazu. Das macht die Situation zusätzlich anspruchsvoll.
Kathrin:
Was war euch in dieser Phase besonders wichtig?
Mutter:
Uns war wichtig, den Blick nicht nur auf die Schwierigkeiten zu richten. Sondern bewusst auch auf die Stärken. Dass die Kinder sich als kompetent erleben können. Als wirksam. Nicht nur über Leistung in der Schule, sondern über das, was sie wirklich können.
Kathrin:
Wie haben eure Kinder die Begleitung erlebt?
Mutter:
Sehr positiv. Beide Kinder sind sehr gerne zu dir gekommen. Mit Freude und Begeisterung. Vor allem das Ältere hat es geliebt, kreativ zu arbeiten, zu bauen, zu gestalten. Auch die Jüngere kam sehr gerne. Sie hatte schon immer eigene Themen und Interessen, die sie einbringen konnte.
Kathrin:
Parallel dazu habt ihr auch ein videobasiertes Elterncoaching gemacht. Was war für euch dabei zentral?
Mutter:
Für mich persönlich war vor allem die Arbeit mit unserem jüngeren Sohn sehr prägend.
Sein grosses Thema war lange, nicht ins Handeln zu kommen. Er ist extrem intelligent, denkt komplex, hat viele Ideen. Aber genau dieses Denken hat ihn oft blockiert.
Kathrin:
Wie hat sich das konkret gezeigt?
Mutter:
In ganz alltäglichen Situationen. Übergänge. Kleine Aufgaben. Dinge, die eigentlich banal wirken. Durch die Arbeit mit den Videos sehe ich heute viel mehr, wo genau er hängen bleibt und wie ich ihn begleiten kann, damit er ins Tun kommt.
Kathrin:
Was hat für dich den Unterschied gemacht im Vergleich zu anderen Ansätzen?
Mutter:
Beide Kinder waren bereits in Therapie. Wir Eltern übrigens auch.
Und ehrlich gesagt hat vieles nicht wirklich gefruchtet.
Nicht, weil es grundsätzlich falsch war. Sondern weil es für hochbegabte, neurodivergente Kinder oft nicht wirklich passend ist.
Kathrin:
Was war bei Marte Meo anders?
Mutter:
Es geht nicht um Theorien.
Nicht um lange Erklärungen.
Sondern um das konkrete Hinschauen:
Was passiert in dieser Situation wirklich?
Wie reagiere ich?
Was braucht mein Kind genau in diesem Moment?
Für mich war es wie eine Packungsbeilage für mein Kind.
Was hilft ihm in schwierigen Situationen.
Was sage ich besser nicht.
Wo sind die Zwischentöne entscheidend.
Kathrin:
Was hat dir das Arbeiten mit den Videos ermöglicht?
Mutter:
Distanz.
Ich konnte mich von aussen sehen.
Mein Kind sehen.
Und plötzlich verstehen, warum gewisse Dinge wirken oder eben nicht.
Es nimmt auch enorm Druck raus.
Dieses Gefühl, alles perfekt machen zu müssen.
Kathrin:
Was hat sich für euch nachhaltig verändert?
Mutter:
Es ist ruhiger geworden.
Klarer.
Nicht alles ist gelöst, aber wir haben Orientierung.
Und das ist enorm viel wert.
Kostenfreies Kennenlerngespräch
Wenn Sie sich eine feinfühlige, entwicklungsorientierte Begleitung für Ihr neurodivergentes Kind wünschen und genauer hinschauen möchten, was Ihr Kind stärkt und unterstützt, lade ich Sie herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein.
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit liegt bei Twice-Exceptionality, also bei Kindern mit hohem Potential in Verbindung mit weiteren neurodivergenten Profilen.
Im Kennenlerngespräch klären wir gemeinsam,
– welche Themen Sie aktuell beschäftigen,
– wo Ihr Kind gerade steht,
– und ob eine Begleitung mit der Marte Meo Methode für Sie und Ihr Kind passend ist.
📩 Kontakt:
Ich freue mich darauf, Sie und Ihr Anliegen kennenzulernen.



