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Morgens immer Stress beim Anziehen? So kannst du dein sensibles Kind liebevoll zur Selbstständigkeit begleiten

Kennst du das?
Eigentlich sollte sich dein Kind doch längst alleine anziehen können – denkst du. Und trotzdem klappt es morgens einfach nicht.

Die Uhr tickt, der Morgen ist eng getaktet. Du hast dein Kind früh genug geweckt, Kleider schon bereitgelegt – aber irgendwie kommt es nicht in die Gänge. Statt sich anzuziehen, vertieft es sich ins Spiel oder träumt vor sich hin. Du wirst ungeduldig, dein Kind zeigt Widerstand – und am Ende ziehst du es wieder selbst an.

Diese Situation belastet viele Eltern hochsensibler, (hoch)begabter Kinder. Doch was steckt dahinter?

Warum das Anziehen oft so schwierig ist

Sensorische Empfindlichkeit

Hochsensible Kinder nehmen Reize intensiver wahr – auch beim Anziehen:
Etiketten kratzen, Nähte drücken, Stoffe fühlen sich unangenehm an. Gerade morgens, wenn der Tag noch nicht richtig begonnen hat und die Reizverarbeitung langsam hochfährt, kann das zu innerem Stress und Ablehnung führen. Auch Kinder mit ADHS oder Autismus-Spektrum-Störung zeigen ähnliche Überempfindlichkeiten.

Intellektuelle Bedürfnisse und Autonomiestreben

(Hoch)begabte Kinder finden monotone Routinen wie das tägliche Anziehen oft langweilig oder überflüssig. Warum jeden Tag wieder anziehen, wenn gerade ein spannendes Bauprojekt wartet?
Gleichzeitig streben sie nach Selbstbestimmung – doch zu viel Freiheit kann überfordern und zu Blockaden führen.

Was dir im Alltag helfen kann

Bequeme, sensorisch angenehme Kleidung

Achte auf weiche, gut sitzende Kleidungsstücke. Viele Familien berichten gute Erfahrungen mit:

  • Thermoleggings von Jako
  • Bambussocken von Ochsner Sport
  • Naturmaterialien wie Baumwolle oder Seide

Vermeide nach Möglichkeit kratzige Wolle oder synthetische Stoffe.

Auswahl begrenzen

Zu viele Optionen überfordern. Biete deinem Kind eine klare, eingeschränkte Wahl:
„Möchtest du das grüne oder das blaue Shirt?“
Ein übersichtlicher Kleiderschrank mit wenigen gut kombinierbaren Teilen hilft zusätzlich. Und wenn dein Kind eine ungewöhnliche Outfitidee hat – lass es gewähren. Selbstwirksamkeit wiegt oft mehr als Ästhetik.

Zeit bewusst einplanen

Plane morgens genügend Zeit ein, damit dein Kind sich ohne Hektik anziehen kann. Zeitdruck verstärkt innere Blockaden.

Selbstständigkeit üben

Selbstständigkeit entsteht nicht durch „Loslassen“, sondern durch verlässliche, einfühlsame Begleitung.
Übe das Anziehen in ruhigen Momenten – 3 bis 5 Mal pro Woche reichen aus, um Routine und Sicherheit zu entwickeln.

Kognitive Interessen mit einbeziehen

Verknüpfe das Anziehen spielerisch mit der Welt deines Kindes:
„Stell dir vor, dein Pulli ist der Mantel eines Entdeckers.“
So wird der Übergang aus dem Spiel zum Alltag leichter.

Wie dich die Marte Meo Methode dabei unterstützen kann

Die Marte Meo Methode begleitet Eltern dabei, ihr Kind durch klare Kommunikation und bewusste Beziehungsgestaltung zur Selbstständigkeit zu führen. Auch in Alltagssituationen wie dem Anziehen kann sie sehr hilfreich sein:

1. Verbindung herstellen

Geh zu deinem Kind, nenne es beim Namen, beschreibe ruhig, was es gerade tut.
So fühlt sich dein Kind wahrgenommen und sicher.

2. Kleinschrittige Anleitung geben

Statt: „Zieh dich jetzt an“, lieber:
„Jetzt kannst du aufstehen. Schau, da liegt dein Pulli. Jetzt kommt der Ärmel.“
Passe die Schritte dem Entwicklungsstand deines Kindes an – je jünger, desto kleiner die Schritte.

3. Erwünschtes Handeln benennen

Beschreibe, was dein Kind bereits tut:
„Du ziehst gerade deine Hose an.“
So erkennt es, dass es auf dem richtigen Weg ist – das stärkt das Selbstbild.

4. Zeit lassen für eigene Initiativen

Vermeide es, deinem Kind zu viel abzunehmen. Auch wenn es länger dauert – Selbstständigkeit braucht Raum und Zeit.

Fazit

Das Anziehen kann bei hochsensiblen und (hoch)begabten Kindern zur täglichen Herausforderung werden. Mit Geduld, passenden Rahmenbedingungen und einer fein abgestimmten Begleitung – wie der Marte Meo Methode – kannst du dein Kind sanft zur Selbstständigkeit führen. Es geht nicht darum, es „schneller“ zu machen, sondern darum, seine Entwicklung liebevoll zu unterstützen.

Wenn du merkst, dass der tägliche Kampf ums Anziehen zur Belastung wird,

lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein.

In diesem Gespräch schauen wir gemeinsam hin,
was sich in diesen Momenten wirklich zeigt
und wie eine videobasierte, entwicklungsorientierte Begleitung euch im Alltag entlasten kann.

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Die videobasierte Arbeit ermöglicht es, feine Signale sichtbar zu machen
und genau dort anzusetzen, wo nachhaltige Veränderung entsteht.